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10. September 2021

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Bundesinnenminister zu Besuch beim Wahlscanner-Hersteller DATAWIN

Von Horst Müller, Freitag, 13. September 2013

„Eine wirklich gute Sache“

Hoher Besuch in einer kleinen, aber feinen Firma: Kein Geringerer als Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich stattete der Ergoldinger Datawin GmbH am Donnerstagnachmittag eine Stippvisite ab, um sich über die Hightech-Schmiede in der Marktgemeinde zu informieren, deren Produkte weltweit gefragt sind. Das Hauptinteresse des CSU-Politikers, der kraft seines Amtes auch für das deutsche Wahlrecht und die Durchführung der Bundestagswahl zuständig ist, galt dabei vor allem dem Vorzeigeprodukt des mittelständischen Unternehmens: dem von den 25 Datawin Mitarbeitern entwickelten, konstruierten und ausschließlich im Markt Ergolding gefertigten „Wahlscanner“, der erstmals bei der Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama im November 2012 für Furore sorgte und in den Vereinigten Staaten von Amerika bei künftigen Wahlen zur Auszählung und Archivierung von Briefwahlscheinen verstärkt zum Einsatz kommen wird.

Die Vorzüge der in Ergolding hergestellten Hightech-Geräte zur automatischen Auszählung von Wahlzetteln erläuterten (v.r.) Datawin-Geschäftsführer Peter Schrittenlocher und Prokurist Johannes Boerboom Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sowie Bürgermeister Josef Heckner und CSU-Kreisvorsitzendem Florian Oßner. (Foto: mü)

Hans-Peter Friedrichs Abstecher nach Ergolding erfolgte unmittelbar vor seinem Abflug nach Rom, wo er seit gestern im Rahmen eines „G6 plus USA“-Treffens mit seinen Ressortkollegen der sechs größten europäischen Staaten sowie mit dem Justiz- und dem kommissarischen
Heimatschutzminister der Vereinigten Staaten die Lage in Syrien, die Situation der syrischen
Flüchtlinge und die Auswirkungen des Konflikts auf die Sicherheit in Europa erörtert und auch über die Konsequenzen aus der NSA-Affäre spricht. Auf dem Weg zum Flughafen hatte ihn gewissermaßen sein Parteifreund Florian Oßner „abgefangen“. Und mit seiner Hymne auf das „in der Zukunftsregion Niederbayern ansässige Leuchtturmunternehmen, das in die ganze Welt ausstrahlt und ein Stück weit auch Entwicklungshilfe für die USA leistet“, hatte der Vorsitzende der Landkreis-CSU Friedrich neugierig gemacht und letztlich nicht zuviel versprochen.

Denn obwohl die Visite des Ministers nur eine gute halbe Stunde dauerte, war sie doch weit mehr als ein Höflichkeitsbesuch oder gar nur ein Wahlkampfauftritt. Denn Hans-Peter Friedrich ließ sich von Firmenchef Peter Schrittenlocher und Datawin-Prokurist Johannes Boerboom nicht nur eingehend die Herstellung und Funktionsweise des Hochleistungsscanners DS850 erläutern, der pro Minute 300 beidseitig markierte und gefaltete Wahlzettel verarbeiten, auswerten, digital archivieren und automatisch sortieren kann. Der Bundesinnenminister besichtigte auch die Produktionsräume, wobei ihm etliche Mitarbeiter Einblicke in die einzelnen Arbeitsschritte vom Aluminiumrohling zum fertigen Produkt gewährten, das aufgrund seiner kompakten Geräteausmaße mobil einsetzbar und in seiner Klasse konkurrenzlos ist.

Im Gespräch mit der Firmenleitung spielte vor allem der Sicherheitsaspekt eine große Rolle. Schrittenlocher und Boerboom stellten dem Minister die technischen Details ihrer eigens für die US-Präsidentschaftswahl 2012 in Serie produzierten Sonderanfertigung vor, die einerseits eine schnelle, störungsfreie und zuverlässige Auszählung von Wahlzetteln gewährleisten und andererseits jedweden Manipulationsversuch unmöglich machen. So mussten alle noch so kleinen Einzelbauteile zertifiziert und der Scanner sowie sämtliche Schnittstellen so konstruiert werden, dass sie versiegelt werden können. Zudem werden alle Arbeitsschritte vom eingebauten PC protokolliert, so dass jederzeit Plausibilitätskontrollen möglich sind, gefälschte oder ungültige Stimmzettel sofort erkannt werden und jeder unerlaubte Eingriff in das geschlossene System dokumentiert wird.

Die Auszählung von Bundestags-Stimmzetteln wäre für den Datawin-Scanner „technisch überhaupt kein Problem“ und durchaus mit dem geltenden Bundeswahlrecht zu vereinbaren, so Firmenchef Schrittenlocher. Ob und wann bei Wahlen in Deutschland einmal derartige Stimmzettel-Scanner eingesetzt werden, ließ der Gast aus Berlin freilich noch offen. Hans-Peter Friedrich rühmte vielmehr das Datawin-Gerät als „eine wirklich gute Sache“, die einmal mehr der Beweis für das weltweit hohe Vertrauen in die Qualität und Seriosität der deutschen Wirtschaft sei.

Im Bayerischen Landtag vertraut man bereits auf das Know-how von Datawin, denn bei allen namentlichen Abstimmungen im Maximilianeum werden scheckkartengroße
Abstimmungskarten der Ergoldinger Firma verwendet, die mit einem Barcode versehen und binnen weniger Minuten maschinell ausgezählt sind. ,,Seitdem geht’s viel schneller, und das Ergebnis stimmt auch wieder“, stellte die ebenfalls anwesende Landtagsabgeordnete Gertraud Goderbauer augenzwinkernd fest.

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